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Zum Ende der Seite springen Interview mit Michael Bregel
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Alessandro Alessandro ist männlich
Fantastilliardär


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Dabei seit: 07.07.2004
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Interview mit Michael Bregel Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

1. Herr Bregel, würden Sie sich bitte in einigen wenigen Sätzen beschreiben?
Brillenträger; 1971 Geborener; glücklich Verheirateteter; Musikverrückter; Ex-Rundfunker; Froschfreund; Diplom-Politologe; Autohasser; Gelegenheits-Schriftsteller; Rechtshänder; Schneckophiler; Ex-Berliner-Morgenpost-Redakteur; Sammler; Allergiker; Comic-Kritiker; Harmoniesüchtling; Lektor; Sportfan; Nichtmehrraucher; Gernarbeiter; Preisträger; Nachrichtenjunkie; Kaffeetrinker; Melanchoholiker; Patenonkel; Fernseher; Esser; Schläfer.

2. Seit dem Jahr 2004 arbeiten Sie für den Egmont Ehapa Verlag als Comicübersetzer. Hauptsächlich erscheinen Ihre Übersetzungen in der Micky Maus und im Donald Duck Sonderheft. Wie sind Sie zu diesem Job gekommen?
Genauso wie die anderen bisher von Ihnen befragten Kollegen auch: Ich habe, weil mich die Sache interessiert hat, darum gebeten, eine Probeübersetzung machen zu dürfen, die Chance bekommen und meine Sache glücklicherweise ordentlich genug gemacht, um auch noch eine zweite, dritte... etc. pp. zu kriegen. Redaktionelle Aufträge im Lektoratsbereich wie zum Beispiel die knapp zwei Dutzend Lucky-Luke-Albumneuauflagen, an deren textlicher Überarbeitung und Politur ich dieses Jahr mitarbeiten durfte, verdanke ich sicher der Tatsache, dass ich zuvor schon bei der Zeitung als Textchef mit ähnlichen Aufgaben betraut war und recht akribisch bin.

3. Würden Sie sich selber als Disney-Comicfan bezeichnen oder haben Sie mit Comics grundsätzlich weniger am Hut?
Was für eine Frage an jemanden, der hauptberuflich Comics übersetzt, schreibt und redigiert! Ich sammle Comics verschiedenster Provenienz seit etwa 25 Jahren, entsprechend ist derweil der Platzbedarf. Und wie wohl ganz viele, die auch im Erwachsenenalter Comicfans geblieben sind, bin ich in den 70er-Jahren bildgeschichtlich mit Micky-Maus-Heften und Yps sozialisiert worden. Neben Disney-Comics liegen meine speziellen Vorlieben bei Batman, Transmetropolitan und diversen italienischen Kiosk-Comicserien aus dem Horror- und Fantasybereich, von denen man auf Deutsch leider nur Dylan Dog erwerben kann.

4. Viele aufmerksame Leser erfreuen sich an Ihren Wortspielen wie z. B. 'Ups, die Bäume schlagen aus! Muss Frühling sein', 'Jetzt ist der Kerl im Bilde' (Dagoberts Sohn / DDSH 217), oder 'Gegen die Strömung und gegen Gustavs Glück! Zwei grausige Untiefen zu viel' (DDSH 216). Basieren diese gelungenen Wortspiele oftmals auf Blitzgedanken oder versuchen Sie, so oft wie möglich solche Wortspiele in ihren Übersetzungen einzubringen?

Die meisten Wortspiele werden einem beim Übersetzen vom entsprechenden zugehörigen Panelinhalt ja nachgerade aufgedrängt, auch wenn die Konsenstexte der Vorlagen manchmal eher nüchtern daherkommen. Was sonst als „Jetzt ist er im Bilde“ sollte man texten, wenn jemand durch ein zerfetztes Bild und noch mit der zerrissenen Leinwand und dem Keilrahmen um den Kopf gefesselt ist? Ich achte genau auf das, was im Bild zu sehen ist und habe einfach Spaß an der Sprache und allem, was man damit anstellen kann, aber ich schürfe nicht mutwillig nach noch einem Gag mehr. Wenn er kommt, dann ist er da und herzlich willkommen. Unmittelbar beim ersten Spontan-Texten muss ich eigentlich selten angestrengt nachdenken, das kommt von selber. Dafür sinniere ich dann beim Korrekturdurchgang umso intensiver über Formulierungen nach, die mir im Nachhinein vielleicht nicht mehr so süperb vorkommen oder die beim ersten Versuch auch mal schlicht missraten sind.

5. Ebenso integrieren Sie oftmals Soundwörter wie Upsala, Zahuffff, Uffza, Kräsch, Röhr oder Uff, um nur ein paar zu nennen, in Ihre Sprechblasen. Woher sind Sie sich so sicher, dass diese doch recht ungewöhnlichen Wörter bei den Lesern ankommen?
Soundwords verwende ich eigentlich nur an Stellen, wo in der Vorlage auch welche sind, da dichte ich – anders als bei Gags und Wortspielen – selten was dazu. Nun sind aber die englischen/italienischen/sonstigen Soundwords selten eins zu eins zu übertragen. Viele Tierlaute klingen in verschiedenen Sprachen zum Beispiel ganz verschieden. Ergo wähle ich dann alternativ schon mal das verwortete Geräusch, das mir an der Stelle gerade für deutsche Sprachgewohnheiten am schlüssigsten erscheint. Und wenn es das vorher so nicht gab, dann gibt’s das dann eben jetzt. Manchmal finde ich auch fremdsprachige Sounds passender für die Szene als das, was ich in vergleichbaren Fällen vorher auf Deutsch gelesen habe, dann deutsche ich eben den Fremdsound ein. Beispiel: Kräsch/Crash. Die von Ihnen genannten Uff, Röhr oder Ups sind mir aber als nachgerade klassisch schon aus den Comic-Lektüren meiner Kindheit geläufig und waren derweil vielleicht nur etwas in Vergessenheit geraten. Sicher sein, ob und wie etwas beim Leser ankommt, kann man sich beim Übersetzen nie, da wird man oft überrascht – positiv wie negativ, wie zum Beispiel bei der „Missgeburt“-Debatte, auf die Sie ja später noch zu sprechen kommen.

6. Ein weiteres Thema Ihrer Übersetzungen sind die recht gewöhnungsbedürftigen Dialekte, die Sie meist bei nicht bekannten Charakteren benutzen. Zum Beispiel gaben Sie in der Geschichte 'Duckmän' zwei Fieslingen einen berlinerischen Akzent. Wie kamen sie auf die Idee, solche Stile zu verwenden?
Der Einsatz von Dialekt-Passagen, um Atmosphäre zu schaffen, bestimmte Figuren deutlich von anderen abzugrenzen oder einfach nur als originelles sprachliches Element ist in der Literatur doch seit jeher ein beliebtes Stilmittel. Erika Fuchs hat das in ihren Übersetzungen ja auch gern und oft gemacht. Bei mir ist das Faible für verschiedenste Dialekte wohl biografisch begründet. Als in München geborener, in Franken aufgewachsener und in Berlin lebender Umgangssprachen-Aufsauger mit familiären Verbindungen nach Österreich und Thüringen war ich mein Leben lang mit einer Flut von Mundarten konfrontiert, die mich immer fasziniert haben. Schon seinerzeit beim Rundfunk hatte ich mit zahlreichen Mundartglossen meinen Spaß, die Hörer übrigens auch. Es gibt ja auch durchaus den einen oder anderen unter den Disney-Zeichnerautoren, die auch in ihren Originaltexten gern derb umgangssprachlich oder mit Dialektanklängen von Leder ziehen. William Van Horn ist da ein Paradebeispiel. Solche Texte kann und darf man natürlich keinesfalls wörtlich übertragen, aber es reizt doch sehr zu Nachahmungstaten.

7. Comics sind selbstverständich auch für Kinder gedacht. Trotzdem wagten es bisher nur wenige, Tick, Trick und Track eine recht freche und moderne Sprache zu geben. So findet man z. B. den umgangssprachlichen Ausdruck 'Voll Krass!' in einem Ihrer Comics. Wollen Sie so auch jüngere Zielgruppen ansprechen oder halten Sie solch einen Ausdruck für kindgerecht für die drei Fieselschweiflinge?
Ein wenig trifft Ihre Frage in mir den Falschen. Denn dass Tick, Trick und Track Jugendsprache sprechen sollen, steht in den Vorgaben, die Joachim Stahl bereits vor Jahren in Absprache mit Peter Höpfner erstellt und allen Übersetzern übermittelt hat. Ein „Wagnis“ ist das deswegen nicht, sondern im Gegenteil die Umsetzung einer klaren Vorgabe. Natürlich setzt die nicht jeder Kollege in gleichem Maße um. Aber zum Beispiel Peter Daibenzeiher baut ja schon eine ganze Weile länger als ich auf höchst amüsante Weise Jugendsprache in seine Texte ein und spielt sehr gerne mit den Sprachtabus in den MM-Texten.
Ich finde es auch absolut elementar, gerade bei Comic-Übersetzungen Sprache so rüberzubringen zu versuchen, wie sie tatsächlich gesprochen wird. Schließlich sind Texte in Sprechblasen nichts anderes als gesprochene Dialoge in Schriftform. Wer sagt denn im wirklichen Leben zu seinem Gegenüber „Nun, so sage mir denn...“ Das hieße ganz sicher viel eher „Also, dann sag mal...“, oder? Außerdem ist es mir wichtig, wenn möglich jedem Charakter eine seiner Persönlichkeit, seinem Alter und seiner Bildung entsprechende Sprachebene zu geben. Und Tick, Trick und Track sind nun mal Kinder und sprechen auch so. Zudem hat jede Zeit ihre sprachlichen Eigenheiten, heute sprechen TTT deswegen so, wie Kinder heute sprechen, während es in den 60er-Jahren eben die Jugendsprache der 60er war. Um einmal mehr Frau Fuchs ins Spiel zu bringen, die hat auch immer größten Wert drauf gelegt, dass ihre Texte aktuelle Sprachgepflogenheiten reflektieren oder zumindest persiflieren.
Diese beiden Ansprüche sind für mich beim Akt des Übersetzens erst mal von der Publikation unabhängig, in der der Comic erscheinen soll. Allerdings versuche ich natürlich grundsätzlich, wie alle anderen Kollegen auch, zum Beispiel bei Comics für die „Micky Maus“, die eine viel jüngere Leserschaft hat, eine einfachere Sprache zu verwenden als bei Comics fürs DDSH, wo die Leser im Schnitt älter und spracherfahrener sind. Und wenn mir das gelegentlich nicht gelingt, dann gibt es da zum Glück auch noch Joachim Stahl, beim DDSH auch Elvira Brändle und beim LTB Harald Saalbach, die das als Redakteure mit scharfem Auge, sehr viel Erfahrung und – das möchte ich hier mal ausdrücklich bemerken und mich bedanken, weil es erfahrungsgemäß nicht selbstverständlich ist – großem Einfühlungsvermögen und viel Geduld im Umgang mit uns auch oft quengeligen Übersetzern in die richtigen Bahnen lenken.

8. Die heftigste Diskussion, die im Donald-Club je über ein Wort in einem Comic geführt wurde, war die Diskussion um das Wort Missgeburt. Warum musste solch ein Ausdruck in der Micky Maus erscheinen? Bereuen Sie im Nachhinein den Gebrauch dieses Schimpfwortes?
Mal abgesehen davon, dass ich nach allen Schilderungen meiner Mutter, die Lehrerin ist, davon überzeugt bin, dass die meisten Kinder über "Missgeburt" als Kraftausdruck heutzutage nicht mal mehr müde lächeln, hat mich die Debatte schon betroffen gemacht. Im Nachhinein gesehen war das sicher unglücklich formuliert und es lag keinesfalls in meiner Absicht, jemandem zu nahe zu treten. An der teilweise doch recht emotional geführten Debatte beunruhigt mich aber sehr, dass in dieser wie auch schon in anderen Diskussionen um Formulierungen in meinen Übersetzungen einzelne Worte herausgepickt und komplett aus dem Zusammenhang gerissen werden. Ich habe das Wort an dieser Stelle nämlich bewusst gewählt, bisher allerdings nicht lesen können, dass jemals jemand auf die Situation eingegangen wäre, in der der Begriff hier fällt. In besagter Geschichte sagt ein auch sprachlich klar als solcher charakterisierter Ultra-Prolet, der sich schon vorher mit Donald wüste Scharmützel geliefert hat, als Replik darauf, dass ihn ein derweil zum drei Meter hohen grünen Klotz mutierter Monster-Donald hässlich nennt: "Du nennst mich hässlich, Missgeburt?" Noch viel milder wird's von einem schlicht gestrickten cholerischen Charakter im wirklichen Leben kaum kommen, glaube ich.
Ein weiteres Beispiel: Vor einiger Zeit hat man sich in einem anderen Forum allen Ernstes darüber ereifert, ich hätte das Tabu gebrochen, in Disney-Comics das Pfui-Bäh-Wort "geil" zu verwenden, was ich in einem Sprechblasentext nie getan habe und auch nie tun werde. Leider hat sich niemand die Mühe gemacht bemerken zu wollen, dass ich schon seit ich als Übersetzer mitarbeite auf vielen Werbe-Schildern vor Düsentriebs Haustür Werbespruch-Parodien unterbringe. Und "Genie ist geil" ist aus meiner Sicht eigentlich auch kaum anders zu verstehen, außer man will es anders verstehen.

9. Einige Leser vergleichen Sie oftmals mit dem bekannten Übersetzer Peter Daibenzeiher. Erfreut Sie solch ein Vergleich?
O ja! Auch wenn das angesichts dessen, dass ich noch fast ein Frischling und als Übersetzer weit von Daibenzeihers Genie entfernt bin, schon sehr schmeichelhaft ist. Ich halte Peter Daibenzeiher für den besten Disney-Übersetzer, der bislang überhaupt am Werke war. Der absurde Witz, der sprachliche Free-Jazz, dessen unerwartete Improvisations-Linien zu zelebrieren er in der Lage ist, ist unerreicht und vielleicht unerreichbar. Ohne die jahrelange Lektüre seiner Comic-Texte als geistige Grundlage wären die meinen zweifellos ganz anders als sie sind, vermutlich deutlich defensiver und langweiliger.

10. Wie sieht es mit den anderen Übersetzern aus? Pflegen Sie Kontakt zu dem einen oder anderen?
Leider eher weniger. Man trifft sich selten, weil alle quer über Deutschland verstreut leben. Jüngst las ich, dass Arne Voigtmann jetzt in Bamberg studiert, das ist recht nahe an meiner Heimatstadt Bayreuth. Wenn ich mal wieder im Fränkischen bin, nehme ich da bestimmt Kontakt auf. Jano Rohleder hatte ich im Frühjahr mal bezüglich einer Donald-Club-Diskussion gemailt, aber er hat nicht geantwortet. Neulich hatte ich außerdem gehofft, den einen oder anderen vielleicht bei der Übersetzer-Debatte auf der Buchmesse kennen zu lernen. Ist in soweit auch gelungen, als ich Joachim Stahl mal Aug in Auge gegenüberstehen und ein bisschen mit ihm plaudern konnte. Ansonsten hat sich aber leider kein Kollege blicken lassen – oder zu erkennen gegeben. Wäre schön, wenn es mal zu einer Übersetzer-Generalversammlung käme, in Berlin oder sonstwo. Ich käme gern. Wo zwei oder drei in Donalds Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen!

11. Ihr Lieblingszeichner ist...?
Disney oder allgemein? Die Cartoons mit der Schnecke Schnirki Schnirkboldt von meiner Gemahlin finde ich echt klasse! Werb, werb! Unter Walts Erben fällt mir die Entscheidung schwer, da machen viele aus sehr verschiedenen Stilen sehr viel. Scarpa, Rota, die Heymans, Rodrigues, von den Klassikern Taliaferro, Bradbury... nö, kann mich nicht entscheiden. Saheufz! Gleiches gilt für Nicht-Disney-Comics. Neal Adams, Frank Miller, Lorenzo Mattotti, Bruno Brindisi, Flix, Watterson, Trondheim und viele mehr haben für jeweils ihren Bereich einen sagenhaften Stil entwickelt und begeistern mich. Comics sind ein ewiger Quell wunderbarer Entdeckungen. Schwärm!

12. Würden Sie gerne einen Barks-Comic übersetzen?
Sind die nicht schon alle übersetzt? Davon abgesehen und unter Inkaufnahme, dass ich jetzt mutmaßlich geteert und geentenfedert werde: Nö, muss nicht sein. Ich schätze Barks eher als Autor, und gerade seine tollen Texte müsste ich dann verarbeiten. Das les ich also lieber im Original. Und unter den Zeichnern einst und jetzt gibt es meiner Ansicht nach auch in Sachen Enten einige, die Barks durchaus das Wasser reichen können, wenn nicht mehr. Werft bitte mit fauligen Äpfeln, Tomaten und Eier mag ich nicht so gern...

13. Welche Übersetzung war Ihrer Meinung nach Ihr größter Erfolg und welcher Comic die größte Herausforderung?
Ein Erfolg ist ein lustiger Comic immer dann, wenn er für den Leser vergnüglich war und ihn mit einem Schmunzeln in den restlichen Tag geschickt hat. Deswegen wird auch jeder Leser anderer Meinung sein, was in diesem Sinne erfolgreich war und was nicht. Ich kann mir jedenfalls nicht anmaßen, das zu beurteilen. Was mir beim Übersetzen besonders viel Spaß gemacht hat waren zum Beispiel „Der amerikanische Traum“ von De Vita im LTB-Spezial 16, „Die vollendete Unvollendete“ von Halas/Vicar und „Daddy Duck“ von Don Gunn in jüngeren DDSH oder Scarpas „Piraten in der Lagune“ im neuen Supergoof-Buch. Aber auch da würden mir wahrscheinlich je nach Tagesform spontan ganz verschiedene Stories einfallen. Wenn man mit dem Herzen bei der Sache ist, hängt man irgendwie an jeder Geschichte.
Meine größte Herausforderung als Übersetzer war übrigens ein Nicht-Comictext von einem Comicautorzeichner, nämlich die von Marco Rota selbst verfasste Einführung in sein Werk, die dem bald erscheinenden nächsten Hall-of-Fame-Band vorangestellt ist. Rotas extrem professoraler Stil mit Myriaden von verschachtelten Nebensatz-Konstrukten hat mein Italienisch doch auf eine harte Probe gestellt.

14. Schauen Sie sich in Newsforen wie z. B. dem Donald-Club nach Feedback zu Ihren Übersetzungen um?
Gelegentlich tue ich das, ja. Man muss ja auf dem Laufenden bleiben, um von Fragen wie Ihren hier nicht gänzlich kalt erwischt zu werden. Ich hätte zuvor nie gedacht, dass so eine Übersetzertätigkeit darart im Schlaglicht der öffentlichen Auseinandersetzung steht. Allerdings nehme ich quasi nie aktiv an Forums-Diskussionen teil, weil mir der doch sehr polemische Stil, der gerade bei den Disneyanern gepflegt wird, nicht liegt. Oft habe ich da den Eindruck, es geht einigen viel eher ums bloße Stänkern als um die Auseinandersetzung mit einem Thema. Das ist nicht die Art, in der ich Diskussionen führen möchte.

15. Wie lange dürfen sich die Comic-Leser noch an Ihren Übersetzungen erfreuen?
So lange man mich lässt und es mir Spaß macht. Ich hoffe, noch sehr lange, denn die Freude am Übersetzen ist ganz auf meiner Seite.

Herr Bregel, vielen Dank dafür, dass Sie sich ein wenig Zeit genommen und die Fragen beantwortet haben.

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Dark Emperor
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Also die Antworten passen zu seinen Übersetzungen. Man merkt irgendwie richtig, dass er das was er schreibt auch lebt. Die Anti-Bregel-Fraktion gibt keine Antwort von sich? großes Grinsen

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Bregel hat "Daddy Duck" übersetzt? Ich habe gedacht, das wäre dermaleinst Frau Fuchs gewesen...

... natürlich als Kompliment zu verstehen!

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RE: Interview mit Michael Bregel Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden Zum Anfang der Seite springen

Zitat:
Original von Alessandro
Jano Rohleder hatte ich im Frühjahr mal bezüglich einer Donald-Club-Diskussion gemailt, aber er hat nicht geantwortet.


Dazu muss ich sagen, dass ich eine solche Mail leider nie bekommen habe, woran auch immer das schlussendlich gelegen haben mag. Nicht, dass noch der Eindruck entsteht, ich würde mich einer Kontaktaufnahme entziehen wollen... Augenzwinkern

Falls also MB hier mitlesen sollte, ich bin jederzeit per PN zu erreichen. smile

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12.11.2005 16:40 Jano ist offline E-Mail an Jano senden Homepage von Jano Beiträge von Jano suchen Nehmen Sie Jano in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Jano in Ihre Kontaktliste ein
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Zitat:
Original von Dark Emperor
Also die Antworten passen zu seinen Übersetzungen. Man merkt irgendwie richtig, dass er das was er schreibt auch lebt.

Kann dir nur zustimmen.
Zitat:
Original von DE
Die Anti-Bregel Fraktion gibt gar keine Antwort von sich?

Die Anti-Bregel Fraktion ist beeindruckt geschockt

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Die Pro-Bregel-Fraktion auch großes Grinsen .

Ein äußerst interessantes und informatives Interview. Mehr davon.

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"Mit einem Stich geschafft, erschlafft und ohne Saft und Kraft." (D. Duck über eine gemurkste Gurke)
12.11.2005 22:25 Maxileen ist offline E-Mail an Maxileen senden Homepage von Maxileen Beiträge von Maxileen suchen Nehmen Sie Maxileen in Ihre Freundesliste auf Fügen Sie Maxileen in Ihre Kontaktliste ein
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hat was zu sagen


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Zitat:
Original von DE
Die Anti-Bregel Fraktion gibt gar keine Antwort von sich?


Ne, die stänkert ja eh nur rum - mit aus dem Zusammenhang gerissenen Satzbausteinen.

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"Von jetzt an werdet ihr euer Gemüt mit schrillen Solos von Slayer und bretternden Blastbeats von Behemoth veredeln."
Musikalischer Unfug, Carl Barks / k2member
13.11.2005 00:16 K2member ist offline E-Mail an K2member senden Beiträge von K2member suchen Nehmen Sie K2member in Ihre Freundesliste auf
Sir Dagobert Duck Sir Dagobert Duck ist männlich
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Tolles Interview! Das hat mir viele Fragen beantwortet. smile

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04.01.2006 13:15 Sir Dagobert Duck ist offline E-Mail an Sir Dagobert Duck senden Beiträge von Sir Dagobert Duck suchen Nehmen Sie Sir Dagobert Duck in Ihre Freundesliste auf MSN Passport-Profil von Sir Dagobert Duck anzeigen
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Habe mir grade im LTB Spezial 16 den Comic "Der amerikanische Traum" durchgelesen, die Übersetzungen von Michael Bregel sind klasse. Und auch das Interview hier hat mir gut gefallen, auch wenn es schon ein bisschen älter ist. smile Weiter so.
23.08.2006 14:16 Robert ist offline E-Mail an Robert senden Beiträge von Robert suchen Nehmen Sie Robert in Ihre Freundesliste auf
DonHergeFan   Zeige DonHergeFan auf Karte DonHergeFan ist männlich
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Hier ist ein neues Interview mit Bregel, geführt von Bernd Glasstetter.
30.05.2009 18:32 DonHergeFan ist offline E-Mail an DonHergeFan senden Beiträge von DonHergeFan suchen Nehmen Sie DonHergeFan in Ihre Freundesliste auf
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